Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

Model-Based ... Notationen und Modelle sind Mittel zum Zweck

Ich spreche von Model-Based Business Engineering. Wie bereits im White Paper "Model-Based Business Engineering - Eine Positionierung" geschrieben, sind Modelle die Grundlage für eine große Vielfalt von Arbeitstechniken. Sie sind Grundlage für die Definition und Optimierung von Geschäftsprozessen, für die Entwicklung von workflow-basierten Systemen und vieles mehr. Eines meiner Lieblingszitate von John Zachman ist "If you can't describe it, you can't build it".

Bei der Modellentwicklung setzen wir stark auf die OMG-Standardnotationen. Sie bieten viele Vorteile: Austauschbarkeit, definierte Darstellungsformen, Werkzeugunterstützung, ... Aber: Notationen sind trotzdem nur ein Mittel zum Zweck. Es ist sehr wichtig zu wissen, was das Ziel (der Zweck) unserer Modelle ist. Welches Mittel wir nutzen, wird dadurch bestimmt. Bei einem meiner Kunden habe ich im Projektauftrag gefunden, dass es Ziel ist, eine neue Prozessnotation auf Basis BPMN 2.0 einzuführen. Ich bin der Meinung, dass das eher kein Ziel ist. Wir wollen unser Risiko minimieren, Abläufe verbessern, Prozessmessung ermöglich und anderes mehr. Herauszufinden, ob BPMN das geignete Mittel ist, sollte Bestandteil des Projektes sein.

Gehört die Notation in den Projektauftrag?

Während der Diskussion wurde klar, dass der Auftraggeber darauf sehr viel Wert legt. Frühere Bemühungen im Bereich BPM führten zu einer Vielzahl von Darstellungsformen, unterschiedlichen Abstraktionen und ählichen Problemen. In der Summe waren die Modell nicht mehr pflegbar und schlecht nutzbar. Fasse ich das für mich zusammen, kann die Benennung der Notaion und der Darstellungsformen in den Projektauftrag gehören oder sehr zeitig im Projekt festgelegt werden. Wir wollen eine einheitliche, langfristig nutzbare und pflegbare Darstellung haben. Unsere Stakeholder müssen sich mit den Darstellung identifizieren und diese akzeptieren.

Standardnotation oder eigene Darstellung

Jeder weiß, das ich ein Anhänger der verschiedenen Standardnotationen bin. Nicht, weil ich glaube, das die Standardnotationen für das einzig geeignete Mittel halte. Nicht, weil ich die Standardnotationen für die beste Variante der Darstellungsformen halte. Standardnotationen helfen uns, Einheitlichkeit zu erreichen. Aber Standardnotationen sind "Standardnotationen". Sie versuchen vielen Anwendungsfällen gerecht zu werden und enthalten für das konkrete Projekt oft zuviele Elemente. Zugleich fehlen in allen Standardnotationen Elemente und Attribute, die eigentlich jedes Projekt benötigt.

Standardnotationen konfigurieren - Styleguides und die Rolle "Methodenverantwortlicher"

Die Elemente werden je nach Abstraktionsstufe gegebenenfalls unterschiedlich eingesetzt. All das macht es notwendig, dass wir in unserem Projekt zwar Standardnotationen verwenden, diese aber unseren Bedürfnissen anpassen - wir ergänzen Attribute, wir dokumentieren die Elemente in einer einheitlichen Form. Dazu nutzen wir zum Beispiel einen sogenannten Modellierungsstyleguide, der den Analysten und Modellieren bei der Anwendung der Standardnotationen und Elemente hilft, ihnen Anleitung gibt.

Diese Aufgabe sehe ich bei einer Rolle "Methodenverantwortlicher". Dieser definiert nicht nur die Architektur (sprich die Struktur unserer Modelle, deren Inhalt und Verknüpfungen). Er/Sie ist für die Festlegung der Vorgehensweisen und die Anleitung der Analysten und Modellierer zuständig. Er/sie sollte in jedem Projekt vor allem in der Startphase anwesend sein und dadurch die Einheitlichkeit von Darstellungen im Unternehmen sichern.

Zusammengefasst: Die Nennung der Darstellungsform kann zum Projektauftrag gehören. Zusätzlich muss klar sein, welchen Zweck unsere Modelle haben, welches Problem wir lösen wollen. Wenn wir eine einheitliche Darstellungsform benötigen - zum Beispiel um Arbeitsanweisungen aus unseren Modellen zu erzeugen - kann die Darstellungsform und die gewünschten Ausgaben im Projektauftrag enthalten sein.

Tags: MBBE, BPMN