Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

Webinar mit Scott Ambler: Agile Modeling: A Disciplined Approach to Modelling and Documentation

 

Am Dienstag besuchte ich das Webinar "Agile Modeling: A Disciplined Approach to Modelling and Documentation" mit/von Scott Ambler. Scott ist im Bereich Systemmodellierung, Systementwicklung, agile Entwicklungsmethoden zu Hause und bekannt. Trotzdem sind viele seiner Gedanken auch im Feld "Business Modeling" sehr zutreffend. Außerdem prägt Scott immer sehr treffende Formulierungen.

Am Dienstag benutzt er mehrfach die Formulierung "Under Modelling" und begründete das auch - was sind z.B. die Vorteile. Ich stimme dem voll zu, die Argumentation ist im Bereich Geschäftsmodellierung genauso richtig. Ein sehr häufiges Problem zum Beispiel bei der Geschäftsprozessmodellierung ist es, das Prozesse viel zu detailliert beschrieben werden, der Aufwand zu hoch ist und das Verständnis und die Akzeptanz der Modelle sinkt. Bei "Under Modelling" nimmt man bewusst in Kauf, das Modelle nur bis zu einer gewissen Abstraktionsstufe ausreichend vollständig und korrekt sind. Ja, das ist in diesem Fall sogar beabsichtigt. Ein Argument ist, das es effektiver ist, fehlende Modellinhalte zu ergänzen. Wahrscheinlich machen uns Stakeholder sehr schnell auf fehlende Inhalte aufmerksam, oft können sie auch Informationen dazu liefern.

Was steht diesem Ansatz entgegen? Zuerst mal unsere Kultur. Deutsche sind oft zu präzise und wollen alle Aktivitäten vollständig uns präzise beschreiben. Und das im ersten Versuch. Darunter kann auch die Akzeptanz sehr leiden. Bei einem (potentiellen) Kunden hatte ich letzteie Situation, dass im Prozessmodell die Aktivität "Maschine einschalten" auftrat. Angenommen wir sind der Arbeiter, der für diese Schritte verantwortlich ist. Wie wird der reagieren? Wir dürfen, nein wir müssen davon ausgehen, dass Mitarbeiter Intelligent genug sind. Es mag Fälle geben, in denen wir solche Aktivitäten sogar im Detail beschreiben.  Zum Beispiel wenn diese Aktivitäten aus Compliance-Sicht sehr relevant sind.

Häufiger werden diese Aktivitäten aber beschrieben, um sie beschrieben zu haben. Und dann kann "Under Modelling" hilfreich sein. Wir müssen das auch im Prozess der Modellentwicklung sehen und einordnen.

Der Foliensatz des Webinars ist zum Beispiel auf LinkedIn zugreifbar. Wichtiger ist das gesprochene Wort. Eine Aufzeichnung des Webinars ist auf youtube zu finden.

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