Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

Styleguide und Architekturpinzipien

Vor einiger Zeit waren Styleguides populär. Im Internet findet man immer noch einige der Angebote. Anwender fragen auch heute danach.

Wir bieten drei Dokumente als Hilfe-Stellung an

  • Den Styleguide
  • Die Modellierungsrichtinien
  • Governance-Regeln

Alle drei Dokumente geben Hilfe bei der Modellierung und sichern Einheitlichkeit bei der Modellierung. Erste Vorraussetzung ist ein Rollenverständnis der beteiligten Projektmitarbeiter. Nicht jede Regel adressiert jedes Projektmitglied.

  • Der Styleguide regelt, wie wir Notationen und Beschreibungsmittel einsetzen. Wir schränken Standardnotationen ein. Er gibt Beispiele und definiert Modellierungsmuster. Er regelt aber auch einfache Sachverhalte, wie die farbliche Gestaltung.
  • Die Modellierungsrichtlinien geben Hilfe, welches Vorgehen wir wählen, erklärt Arbeitstechniken und Soft-Skills wir anwenden und einsetzen.
  • Die Governance-Regeln sichern Konformität und Aktualität der Modelle. Hier spielen viele Spielregeln und „Zeremonien“ eine Rolle.

Eine Grundlage sind Architekturprinzipien. Architekturprinzipien setzen den Rahmen für die drei genannten Dokumente. TOGAF® gibt Beispiele für solche Prinzipien und betont, dass ein übliches Projekt nicht mehr als 20 Architekturprinzipien haben sollte. Hier sind Beispiele meiner Architekturprinzipien als Grundlage von Styleguide, Modellierungsrichtlinie, Governance-Regeln.

Der Umfang jedes Modells ist begrenzt. Der Umfang richtet sich nach gewählter Notation und Abstraktionsstufe.​

ArchitekturpinzipErläuterung/Inhalte
Separation of Concerns Unterschiedliche Inhalte werden getrennt dargestellt.
Ein Beispiel ist die Trennung von mit BPMN und CMMN beschriebenen Prozessmodellen und Modellen für die Beschreibung der Geschäftslogik mit DMN oder TDM.
Modelle mit unterschiedlichen Freigabezyklen sind in mehreren Modellen zu organisieren.
Verfeinerung Verfeinerung, Detaillierung, logische Verknüpfung unterstützen die Prinzipien "Separation of Concerns" und "Strukturierung / Begrenzung des Umfangs" von Modellen. Prinzipiell wird die Verfeinerung und Detallierung nur innerhalb einer Perspektive genutzt (da dadurch ein Vater-Kind-Beziehung etabliert wird), bei Übergängen zwischen den Perspektiven wird eine logische Verknüpfung / Referenz gewählt.
Detaillierung
logische Verknüpfung / Referenz
Strukturierung Das Repository wird strukturiert.
Modelle werden in verschiedenen Abstraktionsstufen dargestellt.
Die Benennung der Abstraktionsstufen bringt den geplanten Zweck zum Ausdruck.
Strukturierung/Begrenzung im Umfang Der Umfang jedes Modells ist begrenzt. Der Umfang richtet sich nach gewählter Notation und Abstraktionsstufe.
Allgemeines Vokabular / Definitionen Es wird ein allgemeines Vokabular verwendet, das die verwendeten Begriffe (Terms) definiert.
Das Vokabular wird für eine konsistente Namenskonvention ebenfalls verwendet.
Benutzung von Farben Farbliche Markierungen zur Kenntlichmachung von Inhalten (z.B. Prioritäten) werden sparsam eingesetzt. Solche farbliche Kennzeichnungen werden durch Legenden weiter erklärt.
Wiederverwendung / "Single Source of Truth" Modellelemente und Modelle werden wiederverwendet. Redundante Beschreibungen werden vermieden.
Zusammenarbeit / Collaboration Modelle werden gemeinsam erstellt.

Stakeholderorientierung

Modelle dienen den Stakeholdern. Inhalte der Modelle müssen reich genug sein, um die Aufgaben der Stakeholder zu erfüllen. Bei den Stakeholdern bewährte Darstellungsmittel werden bevorzugt eingesetzt.
Ausgaben werden in Form, Struktur und Inhalten entsprechend der Bedürfnisse der Stakeholder gestaltet.

Wie immer freue ich mich auf Feedback.

 

Tags: Business Architecture