Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

Klassifizieren, Klassifizieren, Klassifizieren, ...

Im letzten Blog-Beitrag habe ich die Bedeutung des Strukturieren für das Sammeln von Informationen, das Formalisieren (Modellieren) und das Auswerten und Analysieren betont. Das trifft auf alle Artefakte und Abstraktionen zu. Wie können wir einen Geschäftsprozess strukturieren? Wie können wir die einzelnen Aktivitäten klassifizieren? Wie können wir operative Entscheidungen klassifizieren? Wie können wir Risiken klassifizieren?

Die Frage "Wie läuft der Geschäftsprozess bei Ihnen ab?" oder die Frage "Wie ist die operative Entscheidung strukturiert?" ist als erste Frage oft nicht zielführend. Wir geben den Anwender Hilfe, indem wir nach bestimmten Klassen von Aktivitäten (oder operativen Entscheidungen) fragen. Es sei erinnert, dass wir iterativ vorgehen. Ein kritisches Review ist notwendig, damit wir keine Aktivität oder Entscheidung "vergessen".

Entsprechend bin ich immer auf der Suche nach Anregungen für die Klassifikation von Artefakten.

In der Geschäftsprozessmodellierung ist eine für mich hilfreiche Klassifikation in "Business Analysis" von Debra Paul und Donald Yates (Ed.) zu finden. Dort werden Aktivitäten folgendermaßen klassifiziert:

  • Planning Activities
  • Enabling Activities
  • Doing Activities
  • Monitoring Activities
  • Controling Activities

Diese Klassifikation hat sich in meinen Projekten bewährt. Zuerst fragen wir nach den Aktivitäten die für die Planung des Geschäftsprozesses oder Business Cases notwendig sind. Anschließend nach den "Enabling Activities", um den Geschäftsprozess oder Case durchführen zu können.  Dann fragen wir nach den "Doing Activities". Die Arbeit wird wirklich verrichtet. Die "Doing Activities" müssen überwacht und gesteuert werden. Wir wollen unsere Geschäftsprozesse und Entscheidungen verbessern. Wir wollen "lernen" und dafür ist Überwachen und Messen notwendig.

Gut dabei ist, dass wir an den Kontext des eigentlichen Prozesses denken.Was ist für Überwachung und Steuerung notwendig?

In "Business Process Management" von Martyn A. Ould ist eine ähnlich Klassifikation zu finden. Aktivitäten werden dort klassifiziert nach

  • Planning Activities
  • Reporting Activities
  • Monitoring Activities
  • Scheduling Activities
  • Resourcing Activities
  • Prioritizing Activities
  • Negotiating Activities
  • Reconciling Activities

Verbunden damit werden Rollen benannt, die für die jeweilige Klasse von Aktivitäten zuständig sind. Die Klassifikation ist etwas detaillierter als bei Paul/Yates. Die Klassifikationen sind aufeinander abbildbar. Sie gibt uns weitere Anregung, an welche Typen von Aktivitäten wir denken sollen. Zum Beispiel wird häufig zu spät an Berichte ("reporting") gedacht. Diese Aktivitäten können unter "monitoring" gesehen werden.

Die verwendete Klassifikation hat einen engen Zusammenhang zum Projektauftrag. Modellieren wir Prozess mit der Sicht Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ist eine mögliche Klassifikation, ob die jeweilge Aktivität datenschutzrelevant ist oder nicht.

Ich werde weitere Klassifikationen hier posten. Ich freue mich auf Rückmeldung und von Ihnen benutzte Klassifikationen.

Juergen Pitschke

   

Tags: Business Architecture