Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

MBBE-Werkzeuge

Mein neues Buch zeigt mit verschiedenen Werkzeugen erstellte Beispielmodelle. Die Werkzeuge umfassen: Qualiware, Visual Paradigm, MagicDraw/Catia, Signavio, DecisionsFirst . Diese Werkzeuge werden von uns in Projekten und Workshops eingesetzt. Natürlich existieren weitere interessante Werkzeuge, die wir auch gelegentlich einsetzen. Z.B. Adonis , IntelliorSemtalk , ARIS oder BIC (www.gbtec.de). Diese Werkzeuge haben bereits unterschiedliche Positionierungen. Sehen einige Werkzeuge ihren Schwerpunkt bei Geschäftsprozessmodellierung und -management, Postionieren sich ander Werkzeuge als Architekturwerkzeug 

Anwender fragen häufig, welches Werkzeug ist (für mich) am geeignetsten? Die Frage lässt sich nicht ohne weiteres beantworten. Die Antwort ist sicher zu einem Teil subjektiv. Mehrere Kriterien spielen eine Rolle. Welches für Sie die höhere Priorität hat, hängt von der Projektaufgabe ab. Veranstaltungen wie der "Process Solution Day" und Publikationen (Online und Offline) widmen sich dieser Frage.

Das Haupt- oder einzige -kriterium ist nicht, welche Notation wird unterstützt und ist für meine Aufgabenstellung am besten geeignet? Das ist ein großer Vorteil der Standardnotationen. Die Art der Darstellung und die Bedeutung der Elemente ist standardisiert. Daneben beinhalten die OMG-Standardnotationen ein Austauschformat. Das gestattet den Austausch zwischen Werkzeugen und Plattformen. Kein Hersteller kann von sich behaupten eine bessere BPMN zu besitzen. Die Standardnotation wird unterstützt oder eben nicht. Die Implementation und Unterstützung neuer Notationen ist eine temporäre Frage. Andere Kriterien sind wichtiger: Einfachheit der Benutzung der Lösung, Ausgabeformen und Berichte, die Möglichkeit weitere nicht in der Standardnotation enthaltene Attribute (zum Beispiel IGOE) einfach zu ergänzen, Proprietäre Darstellungen, Unterstützung für ein Rollenkonzept, und anders. 

 

Preis: 

Natürlich ist die Frage des Preises immer mit entscheidend. Wägen Sie ab, dass bei sehr preiswerten Lösungen die Erwartung in Bezug auf die mögliche Unterstützung durch den Hersteller dem Preis angepasst sein muss.

Die mir bekannten Werkzeuge unterstützen mehrere Lizenzmodelle: Single Seat, Concurrent License, Subscriptionmodelle.

Ein wichtiges Kriterium für mich ist die Nutzung und der (volle) Zugriff zu einem Repository. Ein Repository (inklusive Zugriff) wird für die Unterstützung der Wiederverwendung von Modellelementen , die Zusammenarbeit im Team (Collaboration), sowie für die Strukturierung des Repositories (und unseres Projektes) benötigt.

Die Verfügbarkeit eines Repositories mit vollem Zugriff zum Repository erfordert Wissen und Disziplin. Ein Repository mit vollem Zugriff eröffnet auch viele Möglichkeiten.

Unterstütze Notationen:

Hier lassen sich bei den vorgestellten Werkzeugen bereits mehrere Gruppen feststellen.

Unterstützung weniger oder nur einer Standardnotationen

  • DecisionFirst (DMN)
  • Signavio (Fokus auf Business Process Management; Unterstützung mehrerer Notationen für das Business Process Management: BPMN, DMN, CMMN)

Universallösungen, für viele Aufgabenstellungen und Perspektiven geeignet

  • Visual Paradigm (Unterstützung vieler Notationen; UML, SysML, BPMN, CMMN, ERD, DFD, MindMap, …)
  • Qualiware (Unterstützung mehrerer Standardnotationen und Darstellungsmittel: UML, SysML, BPMN, CMMN, ERD, DMN, TDM, Workflowmodelle, …)
  • MagicDraw (Unterstützung mehrerer Standardnotationen: UML, SysML, BPMN, BMM, TOGAF, Zachmann, Organigramm, …)

Unterstützte Plattform

Wieder erkennen wir verschiedene Gruppen:

  • Client-Server-Lösungen: Beispiele sind Visual Paradigm, NoMagic, Qualiware. Visual Paradigm und Magic Draw sind Cross-Plattform einsetzbar (MS Windows, Linux, Mac). Alle mir bekannten Client-Server-Lösungen unterstützen mittlerweile zusätzlich die Webplattform. Der Funktionsumfang der Webplattform kann sich (erheblich) unterscheiden.
  • Reine Webplattformen:
    Lösungen wie Signavio unterstützen ausschließlich die Webplattform. Gerade bei Nutzung der gehosteten Lösung sind häufig die Kosten für den Betrieb der Lösung niedrig. Der Hoster kümmert sich um Updates und Verfügbarkeit.
    Lösungen für gemischt Plattformen: Client-Server-Plattform mit Webkomponenten
  • Visio-basierte Werkzeuge mit Repositoryzugriff: zum Beispiel Semtalk

Rollen
Ein Werkzeug muss Möglichkeiten der Unterstützung von Rollen im Modellierungsprozess bieten. Die gebotenen Notationen und Funktionen werden je nach Rolle eingeschränkt und vereinfachen die Nutzung des Werkzeugs.

Methodik und Projektmanagement

Neben der "reinen" Modellierung unterstützen die meisten Werkzeuge Methoden und Arbeitstechniken. Beispiele sind "textuelle Analyse", "Story Boards" (Visual Paradigm), "Risikomanagement" (Qualiware).

Alle Werkzeuge bieten Funktionen für das Projektmanagement oder unterstützen etablierte Methoden für das Projektmanagement.
Beipiele sind TOGAF® ADM (Visual Paradigm, NoMagic), PMBOK® (Visual Paradigm) und eigene Projektmanagement-Methoden (Visual Paradigm).

Reports und Auswertungen

Es muss möglich sein die erzeugten Modelle in einfacher Art auszuwerten und Berichte zu erstellen. Hier sind die webbasierten Werkzeuge (noch?) nicht so stark einzuschätzen. Der Fakt, dass die Stakeholder alle im Intranet/Internet auf das Modell zugreifen können, entbindet uns nicht von der Erstellung Stakeholder-spezifscher Ausgaben und Auswertungen. Papierausgaben sind je nach Aufgabenstellung wichtig.

Qualitätssicherung

Über die einfache Syntaxprüfung der verwendeten Notationen hinaus, ist es vorteilhaft, eigene Qualitätskriterien zu definieren und umzusetzen.

Code-Generierung

Werden Notationen für die Beschreibung von Systemkomponenten unterstützt (ERD, UML, Wireframes, BPMN, CMMN, DMN) werden häufig Funktionen für die Codegenerierung als wichtig angesehen. Wir verlassen die pure Modellierung und begeben uns in Codegnerierung und operative Fragen. Integrationen mit entsprechenden Umgebungen werden häufig angeboten.

Governance

Die Sicherung der Aktualität und der Konformität ist wichtig. Die Werkzeuge unterstützen daher alle Funktionen für die Governance. Die Funktionen unterscheiden sich dabei erheblich.

Mehrsprachigkeit

Modelle müssen einfach in mehreren Sprachen erstellt und gepflegt werden können.

Zu unterscheiden sind reine Zeichenwerkzeuge wie Visio™  und Lucidchart . Diese sind beim Erstellen visueller Beschreibungen häufig für den Benutzer einfacher zu handhaben. Die Verknüpfung verschiedener Sichten, Auswertung und Analyse sind dabei eingeschränkt.

Wirkliche Modellierungswerkzeuge entwickeln sich mehr und mehr in Richtung von Architekturwerkzeugen (Business-Architektur, Anwendungs-Architektur).

Die folgende Tabelle gibt eine Zusammenfassung von Kriterien zur Auswahl eines Werkzeuges. Jeder Anwender muss die Wichtigkeit des Kriteriums für seinen Projektauftrag und sein Team bestimmen und gegebenenfalls weitere Kriterien definieren oder die gegebenen Kriterien detaillieren.

KriteriumErklärung
Plattform  
 
  • Client-Server
  • Windows
  • Cross-Plattform (Windows. Linux,Mac)
  • Web-Plattform
  • Gemischte Form (Client-Server+Web)
  • Windows+Visio als Visualisierungskomponente
Unterstützte Standardnotationen (OMG, OpenGroup)  
 
  • Unterstützung weniger oder nur einer Standardnotationen
  • DecisionFirst (DMN)
  • Signavio (Fokus auf Business Process Management; Unterstützung mehrerer Notationen für das Business Process Management: BPMN, DMN, CMMN)
  • Universallösungen, für viele Aufgabenstellungen und Perspektiven geeignet
  • Visual Paradigm (Unterstützung vieler Notationen; UML, SysML, BPMN, CMMN, ERD, DFD, MindMap, …)
  • Qualiware (Unterstützung mehrerer Standardnotationen und Darstellungsmittel: UML, SysML, BPMN, CMMN, ERD, DMN, TDM, Workflowmodelle, …)
  • MagicDraw (Unterstützung mehrerer Standardnotationen: UML, SysML, BPMN, BMM, TOGAF, Zachmann, Organigramm, …)
informelle Beschreibungen nicht standardisierte Beschreibungsmittel
 
  • RACI
  • IGOE
  • MindMap
Rollen  
  Ein Werkzeug muss Möglichkeiten der Unterstützung von Rollen im Modellierungsprozess bieten. Die gebotenen Notationen und Funktionen werden je nach Rolle eingeschränkt und vereinfachen die Nutzung des Werkzeugs.
Methodik und Projektmanagement  
  Neben der "reinen" Modellierung unterstützen Werkzeuge Methoden und Arbeitstechniken. Beispiele sind "textuelle Analyse", "Story Boards" (Visual Paradigm), "Risikomanagement" (Qualiware).
Alle Werkzeuge bieten Funktionen für das Projektmanagement oder unterstützen etablierte Methoden für das Projektmanagement.
Beipiele sind TOGAF® ADM (Visual Paradigm, NoMagic), PMBOK® (Visual Paradigm) und eigene Projektmanagement-Methoden (Visual Paradigm).
Reports und Auswertungen  
  Es muss möglich sein, die erzeugten Modelle in einfacher Art auszuwerten und Berichte zu erstellen. Hier sind die webbasierten Werkzeuge (noch?) nicht so stark einzuschätzen. Der Fakt, dass die Stakeholder alle im Intranet/Internet auf das Modell zugreifen können, entbindet uns nicht von der Erstellung Stakeholder-spezifischer Ausgaben und Auswertungen. Papierausgaben sind je nach Aufgabenstellung wichtig.
Qualitätssicherung  
  Über die einfache Syntaxprüfung der verwendeten Notationen hinaus, ist es vorteilhaft, eigene Qualitätskriterien zu definieren und umzusetzen.

Code-Generierung

 
 

Werden Notationen für die Beschreibung von Systemkomponenten unterstützt (ERD, UML, Wireframes, BPMN, CMMN, DMN) sind Funktionen für die Codegenerierung essentiell. Integrationen mit entsprechenden Umgebungen werden angeboten.

Governance  
  Die Sicherung der Aktualität und der Conformance spielt heute eine wichtige Rolle. Die Werkzeuge unterstützen daher alle Funktionen für die Governance. Die Funktionen unterscheiden sich dabei erheblich.
Mehrsprachigkeit  
  Modelle müssen einfach in mehreren Sprachen erstellt und gepflegt werden können.

 

Tags: MBBE, Tools, Visual Paradigm