Model-Based Business Engineering, Blog by Dr. Juergen Pitschke, +49 351 30935193 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!g

Geschäftswissen, Sprache, Modelle - Workshops und Literaturempfehlungen

Die Bedeutung eines Geschäftsvokabulars betone ich seit langer Zeit. Zum Beispiel in der Übersetzung der RuleSpeak®-Dokumente. Auf den Webseiten von Business Rule Solutions findet sich ein freier Primer "How to define Business Terms in Plain English". Die Definition eines Geschäftsvokabulars ist Bestandteil von ConceptSpeak™ nicht von RuleSpeak.

Ein Geschäftsvokabular ist Grundlage verschiedener Modelle: Geschäftsregel, Geschäftsprozesse (Aktivitäten, Ereignisse, Rollen, Resourcen), Geschäftsanforderungen, Geschäftsentscheidungen, weitere Modelle. Viele Arbeitstechniken der Geschäftsanalyse nutzen ein klares Geschäftsvokabular als Ausgangspunkt.

Aufgrund der Bedeutung ist das Bestandteil jedes meiner Workshops, sowohl die Notationen betreffend. Aber auch die Methodik und die Nutzung von Werkzeugen betreffend. Z.B. zeige ich in unserem Visual Paradigm-Workshop, welche Funktionen für das Vokabularmanagement zur Verfügung stehen.

In seinem neuen Buch "Business Knowledge Blueprints Enabling Your Data to Speak the Language of the Business" baut Ron Ross die Frage der Methodik des Erstellen und der Nutzung eine Vokabulars über den Primer hinaus aus (siehe Link unten).

Der Primer ist ein guter Einstieg in das Thema. Der Primer und das Buch sprechen über die Nutzung von Englisch als Sprache. Die Nähe von Englisch und Deutsch machen die meisten Aussagen auch für die deutsche Sprache gültig. Vor allem wenn wir Disziplin bei Konstruktion des Vokabulars und Anwendung der deutschen Sprache beachten.

In diesem Zusammenhang hebe ich zwei Prinzipien besonders heraus:

  • "3. Capturing the Essence of a Concept"
  • "4. Ensuring the Internal Quality of Definitions".

Nutzen wir normale Sprache für die Beschreibung von Geschäftsregeln, Geschäftsprozessen, usw. geschieht es schnell, das wir Ungenauigkeiten in unseren Modellen einbauen.

Betrachten wir beispielsweise Geschäftsregel und Geschäftsprozesse eines Kreditkartenherausgebers, das Konzept "Kreditkarte" ist essentell. Der Duden (Deutsches Universalwörterbuch) definiert "Kreditkarte" wie folgt "(von einem Unternehmen für Finanzierungen an eine kreditwürdige Person) ausgegebene äußerlich einer Scheckkarte ähnliche kleine Karte, mit der der Inhaber der Karte gegen Vorlage bargeldlose Zahlungen tätigen kann." (© Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 7. Aufl. Mannheim 2011). 

Reflektieren wir diese Definition zum Beispiel mit der Aktivität "Kreditkarte sperren", fällt die Ungenauigkeit der Definition auf. Die Kreditkarte (das kleine Stück Plastik) befindet sich in meiner Tasche. Und ich warne jeden, zu versuchen diese Karte in die Hand zu nehmen.

Die Aussage "Kreditkarte sperren" ist falsch. Der Kreditkarte ist eine Konto zugeordnet (beim Kreditkartenherausgeber). Dieses Konto wird gesperrt, so das die Kreditkarte nicht mehr für Bargeldlose Zahlungen eingesetzt werden kann. Es wird nicht die Kreditkarte gesperrt, sondern das zugeordnete Referenzkonto.

Die Definition des Duden Universalwörterbuchs verletzt Prinzip 3 des Primers. Definitionen sollen Zweck, Funktion oder Benutzng nicht enthalten

Zu diesem Thema werde ich weitere Post verfassen. Ich bin beim Lesen von Rons Buch noch sehr am Anfang.

Juergen Pitschke

 

     

Tags: Business Architecture, Vokabular